\spaltenanfang Was ist eigentlich so ein Bachelor? Denn mein Englisch-Deutsch-W\"orterbuch sagt, dass ich mich in einen Studiengang eingetragen habe, in dem ich zum ''Junggesellen der Rechner-Wissenschaft'' gemacht werden soll. Und der Junggesellenstatus in der Wissenschaft kann nicht wirklich mein Ziel sein, oder?\\ Wie immer: Don't Panic! Bachelor ist nur ein Name, den die Politik \"ubernommen hat, um internationaler zu klingen. So ist das halt bei Hochschulreformen. Wichtig ist, dass ihr sinnvoll studieren k\"onnt. Und dazu solltet ihr ein paar Grundlagen wissen.\\ \textbf{Merke: Das Bachelorstudium ist im Prinzip ein verkorkstes Rollenspiel} \begin{center} \includegraphics[width=\linewidth]{comics/tabletop_roleplaying} \end{center} Als erstes gibt es f\"ur Rollenspielfanatiker und Munchkins das offizielle Regelwerk zum Studium: Die \textsc{\textit{Bachelorordnung}}. Die besteht wie jedes Regelwerk aus einem kleinen Teil mit Regeln %TODO:*U NO SAY* und dem Teil mit den riesigen Tabellen, die Zeuch beschreiben. Aber anstatt coole R\"ustung und so gibt es nur Skills. Die hei{\ss}en hier Module und man bekommt die erst, wenn man sie sich verdient hat. Au{\ss}erdem gibt es sowas wie XP. Die hei{\ss}en hier aber CP, weil das alles bitterer Ernst ist und sich deshalb nicht an g\"angige Rollenspiel Designkonventionen gehalten wird. Von denen bekommt man einen für etwa 30 Stunden Studium. Das funktioniert alles aber irgendwie anders als man es gewohnt ist. Für jedes Modul bekommt man eine Anzahl an CP, jedoch erst wenn man einen Boss besiegt hat. In diesem Fall ist das eine Pr\"ufung, die man bestehen muss. %TODO: *DAFU?*. {\large \begin{verbatim} [XP] -> [skills] -> [pruefungen] [CP] <- [module] <- [pruefungen] \end{verbatim}} \textbf{Bacheloraufbau:} Schauen wir uns also das System mal genauer an. Das Ziel ist es, den Abschluss Bachelor zu erreichen. Dazu muss man 180CP erkämpft haben, die man mit dem Abschluss von Modulen bekommen hat. Um Module abzuschlie{\ss}en, muss man eine Klausur schreiben, eine m\"undliche Pr\"ufung machen, einen Vortrag halten, gen\"ugend Abgaben gemacht haben, oder sonst irgendwie gezeigt haben, dass man die CP auch wirklich verdient hat. \textbf{Die Modulkategorien:} Die Module sind, wie f\"ur Skills \"ublich, in verschiedene Kategorien eingeteilt. Das kann euch sowohl einschr\"anken als auch Freiheiten geben. Als Erstes sind f\"ur euch die \emph{Basismodule} interessant, denn die \textbf{m\"usst} ihr als Informatiker alle machen.\\ Dann kommen die \emph{Vertiefungsmodule} und die \emph{Anwendungsfachmodule} ins Spiel.\\ Letztere sind Multiklassenskills, in denen ihr Fertigkeiten aus anderen F\"achern lernen sollt.\\ \emph{Erg\"anzungsmodule} sind durch die \texttt{Gute Idee\texttrademark} entstanden, dass Informatiker mindestens 150 Stunden Soft Skills oder soziales Zeuch gemacht haben sollten. Wir wollen doch keine verschrobenen antisozialen Studierenden bauen.\\ Und zuletzt gibt es das \emph{Abschlussmodul}, das die Bachelorarbeit und das dazu gehörige Oberseminar enth\"alt.\\ \begin{center} \includegraphics[width=85mm]{bilder/BacInfStruktur} \end{center} \textbf{Basismodule:} Es gibt ein paar Skills die jeder Informatiker haben sollte. Und es gibt Basismodule. In diesen lernt ihr offiziell vier Dinge: Mathe, wie Computer funktionieren (wird gerne auch ''Hardware'' genannt), wie man Computer programmiert und theoretische Informatik. Das sind alles Vorlesungen, bis auf das Programmier-Praktikum. Insgesamt gibt es hier 97CP zu holen. \textbf{Vertiefungsmodule:} Die k\"onnt ihr aus einer Reihe von Angeboten frei wählen. Vertiefungsmodule kommen in vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen und reichen von Vorlesungen zu Machine Learning oder Computer Hacking bis hin zu Praktika in der Hochleistungsrechnerarchitektur und Forschungsprojekten. Eine Liste mit allen angebotenen Modulen findet man in der Pr\"ufungsordnung. Wichtig ist aber, dass ihr mindestens ein Praktikum und ein Seminar in den Vertiefungsmodulen abgeschlossen haben m\"usst! Insgesamt sollt ihr eine Anzahl von 39 bis 43 CP sammeln. \textbf{Anwendungsfachmodule:} Die Multiklassenskills auch Anwendungsfachmodule genannt, erlauben euch, was anderes als Informatik zu lernen. Die meisten der Anwendungsfächer sind geregelt. Das hei{\ss}t, das Basisregelwerk ''Die Bachelorordnung'' hat vorgefertigte L\"osungen, wie ihr das Anwendungsfach machen k\"onnt. Ist euer Wunschanwendungsfach nicht drin, k\"onnt ihr das trotzdem studieren, aber dann halt ungeregelt. Dazu muss unser Pr\"ufungsamt vorher mit dem ''gegnerischen'' Pr\"ufungsamt ''kl\"aren'' wie das ganze abgewickelt werden soll. Fakt ist aber, ihr braucht immer 20 bis 24 CP. \textbf{Erg\"anzungsmodule:} Irgendein schlauer Informatiker hat sich mal gedacht: \emph{Wir wollen, das Frankfurter Informatiker nicht nur Fachidioten sind, sondern auch ''sozial'' sein k\"onnen. Die haben dann ''Soft Skills''. Wie ''Teamf\"ahigkeit'' und so. Und das ist dann gut.} Aber da zu viel Soziales nicht in den Studienverlaufsplan passt, macht ihr 5CP. Da ist dann auch die Studienorientierung STO drin, die im ersten Semester 1CP gibt. Da wird euch nochmal wie man studiert auf dem Silbertablett gereicht. \textbf{Die restlichen 15CP:} Gibt es mit der Bachlorarbeit inklusive Oberseminar. \textbf{Die Bachelorarbeit:} Das ist sowas wie eine echte wissenschaftliche Arbeit. Wenn ihr die gemacht habt, gibt das 15CP im Abschlussmodul. %\begin{center} %\includegraphics[width=\linewidth]{comics/exercise}\\ %\end{center} \textbf{Die Klausurregeln:} Und nun steigt die Spannung. Die Klausurphase beginnt. W\"ahrend im Semester Wochen vergehen k\"onnen, ohne dass viel passiert, ist die Klausurphase eher wie Kampfrunden. Eine Megasekunde, die im echten Leben vergeht, kommt einem wie eine Gigasekunde an der Uni vor. Aber keine Panik, es gibt einige Tricks und ein paar Regeln, die ihr anwenden k\"onnt, um sinnvoll, lebendig und mit ein paar mehr CP durch die Klausurphase zu kommen. \begin{center} \includegraphics[width=\linewidth]{comics/machine_learning} \end{center} \newpage \textbf{Anmeldung:} Zu Klausuren m\"usst ihr euch zwei Wochen vorher angemeldet haben. Und vor der ersten Klausur m\"usst ihr euch f\"ur den Bachelor anmelden. Wenn ihr die Klausur schreibt und nicht angemeldet seid, gibt das keine CP. Die Klausuranmeldungen finden meistens online im QIS statt, w\"ahrend die Anmeldung für die Bachelorprüfung als ausgef\"ulltes Formular beim Pr\"ufungsamt abgegeben werden muss. \textbf{Timing:} Zuerst ist es wichtig zu planen, wann ihr Klausuren schreibt. Die Termine selbst k\"onnt ihr zwar nicht \"andern, aber ein guter Munchkin hat die Bachelorordnung gelesen und hat festgestellt, dass viele Klausuren jedes Semester angeboten werden. \begin{center} \includegraphics[width=\linewidth]{comics/hacking} \end{center} Aber wie soll es mir helfen, die Klausur zu verschieben? N\"achstes Semsester sind doch wieder Klausuren, oder? Aber da ist es wichtig zu wissen, wie die Professoren diese Regel mit jedem Semester auslegen. Professoren waren alle mal Studenten und sind deshalb fast so faul wie wir. Und fast immer m\"ussen Nachklausuren angeboten werden, f\"ur Studenten, die durchgefallen sind oder nicht teilnehmen konnten. W\"ahrend die Vorlesungen meistens in der dritten April- oder Oktoberwoche anfangen, f\"angt das Semester p\"unklich am Ersten an. Und deshalb sind die Nachklausuren meistens am Ende der vorlesungsfreien Zeit, aber im neuen Semester. Der ge\"ubte Munchkin braucht also seine Klausuren nicht alle auf einmal zu schreiben, sondern lernt am Anfang \emph{und} am Ende der Semesterferien. Ansonsten gilt: \textbf{Konzentriere dich auf wenige Klausuren, statt in allen zu versagen.} \emph{Bla, bla, lernt rechtzeitig, bla\dots}\\ \textbf{Freiversuche - Rerolls f\"ur Klausuren:} Und jetzt kommen die kleinen Feinheiten des Regelwerks, die jeden Munchkin interessieren sollten. Ger\"uchteweise haben manche Studierende Klausuren mitgeschrieben und kl\"aglich versagt. Daran ist noch nichts Besonderes. Aber f\"ur diese Studenten war es so, als h\"atten sie die Klausur nie geschrieben und haben sich einfach beim n\"achsten mal wieder in die Klausur gesetzt. Und noch viel besser. Andere, die grad so bestanden hatten, sa{\ss}en in der Klausur und konnten nochmal mitschreiben und haben am Ende eine bessere Note gehabt. Wie geht das? Naja, eigentlich ist nichts Besonderes daran. Wenn du innerhalb der \emph{Freiversuchsfrist} eine Klausur schreibst, kannst du beim ersten Mal durchfallen, ohne dass das als Fehlversuch gez\"ahlt wird. Die Freiversuchsfrist ist in der Bachelorordnung festgelegt und ist an den Studienverlauf angepasst. Das soll euch dazu motivieren, die Klausur beim erstem Mal oder in der Nachklausur mitzuschreiben. Das funktioniert aber nur in den Basismodulen so. In den Vertiefungs- und Anwendungsfachmodulen funktioniert das leider nicht. Aber die Basismodule machen \"uber die H\"alfte des Studiums aus, also ist das gar nicht so schlecht. Und wer wider Erwarten die Klausur besteht und mit seiner Note nicht zufrieden ist, kann die Klausur nochmal schreiben. Dazu muss man sich nach der Klausur f\"ur die n\"achste Klausur anmelden. Das kann man aber auch nur in den Basismodulen und insgesamt nur f\"unf mal. Da es aber nur 9 Klausuren in den Basismodulen gibt, ist das immer noch viel. Die genauen Regeln bekommt ihr noch rechtzeitig in der Studienorientierung (STO) erz\"ahlt und gibt es wie alles in der Pr\"ufungsordnung zum nachschlagen. \newpage \textbf{Studienorientierung:} \textbf{ Die Studienorientierung ist soooo wichtig, dass wir einen extra Artikel geschrieben haben. Macht die im ersten Semester und alles wird gut. Au{\ss}erdem haben wir diesen Absatz extra fettgedruckt!}\\ \textbf{FAIL - Das Howto:} Manchmal muss man einfach alle Br\"ucken hinter sich lassen. Und manchmal will man nicht gehen, sondern rausfliegen. Und so gehts:\\ \textbf{FAIL - Die Sparsame Methode:} Bezahl deine Studiengeb\"uhren nicht. So einfach ist das. Die bezahlt man sonst immer im Januar oder im Juli. Aber wer wirklich raus will, findet in der Sparsamkeit eine wirksame Methode.\\ \textbf{FAIL - Die Faule Methode:}\\ \emph{Option 01}: Melde Dich nicht zum Bachelorprüfungsverfahren an und bestehe im ersten Semester kein Basismodul. Dann musst du nur noch die Aufforderungen zur Studienberatung ignorieren und dem Prüfungsausschuss nicht antworten. Dann bist du raus.\\\emph{Option 10}: Bestehe bis zum dritten Semester keine zwei Basismodule. Auch hier ignoriere im Zweifel jede Kontaktaufnahme seitens des Prüfungsauschusses.\\ \textbf{ULTRAFAIL - Die Wahre Methode:} Wenn du nicht nur rausfliegen willst, sondern gar nicht mehr Informatik studieren k\"onnen willst, solltest du dreimal durch eine Pr\"ufung in einem Basismodul durchfallen (viermal, wenn du schon in der Freiversuchsfrist anf\"angst). Wer eine Pr\"ufung dreimal nicht besteht, hat ''endg\"ultig nicht bestanden''. Und wenn das so etwas grundlegendes wie Programmierung ist, kannst du nicht mehr Informatik studieren, auch nicht woanders in Deutschland. Auch hier musst du darauf achten, alle Beratungsgespr\"ache zur\"uckzuweisen.\\ \textbf{N\"utzliche Tipps:} \emph{bla, bla, \"Ubungsabgaben, bla, Tutorien besuchen, yadda, yadda, Lernen, bla, blubber, Zeiteinteilung, bla, regelm\"a{\ss}ig da sein, trololo, Durchhalteverm\"ogen, bla, generische Motivationsrede\dots} Nein wirklich. Macht das.\\ \textbf{Und nun?} Naja, da sind noch mehr Seiten in der Don't Panic! 42. Die k\"onnt ihr auch lesen. Wichtig ist vor allem, sich an der Uni einzuleben, wenn man erfolgreich studieren will. Und das sieht f\"ur jeden anders aus. Manche machen ihr Studium schnell und andere lassen sich Zeit. Und wichtiger als die Skills, die ihr hier bekommt, ist die Erfahrung. Wenn ihr hier fertig seit, m\"usst ihr eh wieder neue Sachen lernen. \spaltenende \begin{center} \includegraphics[width=\textwidth]{comics/applied_math.png} \end{center}